Im Zentrum für Erziehungshilfe arbeiten Lehrerinnen und Lehrer der Berthold-Simonsohn-Schule sowohl im ambulanten Beratungs- und Förderzentrum als auch in der Lernwerkstatt mit sozialpädagogischen Fachkräften der Kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.


Im Folgenden ist etwas über den Namensgeber der Schule,
Berthold Simonsohn zu erfahren.

simonsohn

Berthold Simonsohn:
Geboren am 24. 4. 1912 in Bernburg/Saale

1918 bis 1929
Besuch des humanistisches Gymnasiums

1929 bis 1933
Studium: Jura und Staatswissenschaften in Halle und Leipzig

1933
erste Verhaftung wegen politischer Aktivitäten in der Sozialistischen Arbeiter Partei (SAPD), einer linken Abspaltung der SPD

1934
Promotion zum Dr. jur., nachdem ihm als Jude eine Staatsprüfung nicht mehr möglich war

1938 bis 1942
Jüdische Wohlfahrtsarbeit in Stettin und Hamburg

1942 bis 1945 Deportation zunächst nach Theresienstadt, dann nach Ausschwitz, schließlich nach Dachau;
Im KZ Theresienstadt arbeitet Simonsohn als einer der Leiter der Jugendfürsorge; außerdem ist er tätig in der Bildungsarbeit mit Jugendgruppen

1944
Eheschließung mit Trude Simonsohn

1945/46
Nach der Befreiung aus dem KZ Tätigkeit in Prag beim Tschechoslowakischen Sozialministerium (Repatriierungsamt)

1946/47
Leiter eines Sanatoriums für jüdische Jugendliche in Davos

1947 bis 1950
Studium der Soziologie, Sozialphilosophie und Sozialökonomie an der Universität Zürich

1950
Rückkehr nach Hamburg
Zunächst Arbeit in der Sozialabteilung und Wiedergutmachungsreferat bei der Jüdischen Gemeinde, dann als Vorstandsmitglied in der Zentralen Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

ab 1955
Tätigkeit in Frankfurt
Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege

1957
Mitgründung der Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem, Vorsitzender der Gesellschaft in Frankfurt (seit 1962), später Vizepräsident des Bundesverbandes

1959
Lehrbeauftragter für Sozialpädagogik und Jugendrecht am Pädagogischen Institut Jugenheim

1962
Professur für Sozialpolitik und Jugendrecht an der Hochschule für Erziehung Frankfurt (der späteren Abteilung für Erziehungswissenschaften an der
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt)
Schwerpunkte:  Psychoanalytische Erziehung,
Schule und Sozialpädagogik, Jugendverwahrlosung und Jugendkriminalität (Ursachen und Behandlung), Heimerziehung, Jugendrecht

1970

Gründung des Instituts für Sonder- und Heilpädagogik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt

1977
wurde Berthold Simonsohn emeritiert;
er starb am 8. Januar 1978 in Frankfurt a.M.

 

Am 24.4.2012 lud aus Anlass des 100. Geburtstags von Berthold Simonsohn der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt zu einer Festveranstaltung ein.

Den Vortrag von Prof.Dr. Helmut Reiser zu dieser Veranstaltung:

"Berthold Simonsohn und die Entwicklung der Sonderpädagogik in Deutschland"

können Sie hier nachlesen       download